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Gehörschutzstöpsel
Gehörschutzstöpsel für lärmbelastete Arbeitsbereiche
Gehörschutzstöpsel reduzieren die Schallbelastung direkt im Gehörgang und unterstützen den Schutz des Gehörs an industriellen, handwerklichen und logistischen Arbeitsplätzen. Sie kommen unter anderem in Fertigungshallen, Werkstätten, auf Baustellen, in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau sowie bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten zum Einsatz.
Welche Ohrstöpsel für die Arbeit geeignet sind, richtet sich nicht allein nach einer möglichst hohen Schalldämmung. Maßgeblich sind der ermittelte Lärmpegel, die Frequenzzusammensetzung, die Tragedauer, erforderliche Kommunikationssignale und die korrekte Passform. Nach der DGUV Regel 112-194 sollte die Auswahl so erfolgen, dass am Ohr ein geeigneter Restschallpegel erreicht wird und eine unnötige Überprotektion vermieden wird.
Gehörschutz-Ohrstöpsel als persönliche Schutzausrüstung
Gehörschutz Ohrstöpsel gehören zur persönlichen Schutzausrüstung gegen Lärm. Sie werden verwendet, wenn technische und organisatorische Maßnahmen die Lärmbelastung nicht ausreichend reduzieren oder während der Umsetzung weiterführender Schutzmaßnahmen ein zusätzlicher Gehörschutz erforderlich ist.
Der passende PSA Gehörschutz muss aus der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung abgeleitet werden. Neben der Dämmleistung sind die tatsächliche Trageakzeptanz, hygienische Bedingungen, weitere Schutzausrüstung und die Anforderungen des Arbeitsplatzes zu berücksichtigen.
- Schalldämmung: abgestimmt auf den ermittelten Lärmpegel und die Frequenzbereiche
- Passform: geeignete Größe und sichere Abdichtung des Gehörgangs
- Tragekomfort: weiche Materialien und angepasster Anpressdruck für längere Einsätze
- Hygiene: Einweg- oder wiederverwendbare Ausführung entsprechend den Arbeitsbedingungen
- Kompatibilität: kombinierbar mit Schutzhelm, Brille, Atemschutz und weiterer PSA
- Kennzeichnung: Herstellerangaben, Dämmwerte und vorgesehene Einsatzbereiche beachten
Einweg-Gehörschutzstöpsel für hygienische Einzelanwendung
Einweg Gehörschutzstöpsel bestehen häufig aus weichem, langsam rückstellendem Schaumstoff. Vor dem Einsetzen werden sie zusammengerollt oder zusammengedrückt und anschließend tief genug in den Gehörgang eingesetzt. Dort dehnt sich das Material aus und bildet eine schalldämmende Abdichtung.
Einwegstöpsel eignen sich insbesondere für Arbeitsplätze mit wechselnden Beschäftigten, Besucherbereichen oder Anwendungen, bei denen eine Reinigung nicht praktikabel ist. Sie werden nach der vorgesehenen Nutzungsdauer oder bei Verschmutzung, Beschädigung und Formverlust entsorgt.
- Material: häufig weicher PU-Schaumstoff
- Handhabung: vor dem Einsetzen komprimieren und vollständig ausdehnen lassen
- Hygiene: für die persönliche und zeitlich begrenzte Verwendung vorgesehen
- Verteilung: einzeln verpackt oder über stationäre Spendersysteme verfügbar
- Einsatz: geeignet für Fertigung, Werkstatt, Baustelle, Lager und Besucherbereiche
- Austausch: bei Verschmutzung, Beschädigung oder nach Herstellerangabe
Mehrweg-Gehörschutzstöpsel für wiederkehrende Einsätze
Mehrweg Gehörschutzstöpsel werden aus formstabilen, abwaschbaren Materialien wie thermoplastischen Elastomeren oder Silikon gefertigt. Lamellenförmige oder anatomisch geformte Ausführungen ermöglichen das direkte Einsetzen, ohne dass der Stöpsel zuvor zusammengerollt werden muss.
Mehrwegstöpsel eignen sich für Beschäftigte, die regelmäßig in Lärmbereichen arbeiten und einen persönlich zugeordneten Gehörschutz verwenden. Voraussetzung für die wiederholte Nutzung sind eine sachgerechte Reinigung, hygienische Aufbewahrung und regelmäßige Kontrolle auf Materialschäden.
Wann sollte ein Mehrwegstöpsel ersetzt werden? Verformte Lamellen, Risse, verhärtete Materialien oder eine nachlassende Abdichtung können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Die vom Hersteller festgelegten Austausch- und Pflegehinweise sind daher verbindlich zu beachten.
Lärmschutz-Ohrstöpsel für Industrie und Handwerk
Lärmschutz Ohrstöpsel kommen an Arbeitsplätzen mit kontinuierlichen, schwankenden oder kurzzeitig hohen Schallpegeln zum Einsatz. Die geeignete Ausführung hängt von der Art der Lärmquelle, den betrieblichen Kommunikationsanforderungen und der täglichen Expositionsdauer ab.
- Metallverarbeitung: Maschinenlärm beim Schleifen, Stanzen, Fräsen und Umformen
- Maschinenbau: Schallbelastung durch Produktionsanlagen und Prüfstände
- Baugewerbe: Lärm durch Abbruchgeräte, Bohrmaschinen und Verdichter
- Logistik: Geräusche durch Fördertechnik, Fahrzeuge und Verladeprozesse
- Holzbearbeitung: Belastung durch Sägen, Fräsen und Absauganlagen
- Instandhaltung: wechselnde Lärmquellen bei Wartungs- und Reparaturarbeiten
- Veranstaltungs- und Betriebstechnik: temporäre Belastung durch Anlagen und Beschallungssysteme
Ohrstöpsel für Arbeit richtig einsetzen
Die tatsächliche Schalldämmung hängt wesentlich vom korrekten Einsetzen ab. Ein nur teilweise im Gehörgang sitzender Stöpsel kann deutlich weniger Schutz bieten als der ausgewiesene Laborwert.
Warum reicht es nicht aus, den Stöpsel nur leicht in das Ohr zu drücken? Schaumstoffstöpsel müssen ausreichend komprimiert und tief genug eingesetzt werden, damit sie den Gehörgang gleichmäßig abdichten. Bei Mehrwegstöpseln müssen sämtliche Dichtlamellen entsprechend der vorgesehenen Bauform sitzen.
- Hände reinigen: Stöpsel nur mit möglichst sauberen Händen einsetzen
- Gehörgang öffnen: Ohrmuschel entsprechend der Herstelleranleitung zurückziehen
- Stöpsel einsetzen: ausreichend tief und ohne schmerzhafte Druckbelastung positionieren
- Sitz kontrollieren: vergleichbare Abdichtung an beiden Ohren prüfen
- Entfernung: Stöpsel langsam und mit leichter Drehbewegung herausnehmen
- Austausch: verschmutzte, beschädigte oder unzureichend sitzende Modelle ersetzen
SNR bei Gehörschutzstöpseln richtig bewerten
Der SNR-Wert beschreibt einen vereinfachten Einzahlwert für die Schalldämmung eines Gehörschutzprodukts. SNR Gehörschutzstöpsel werden beispielsweise mit Werten wie SNR 25 dB, SNR 30 dB oder SNR 35 dB angeboten. Der ausgewiesene Wert darf jedoch nicht ohne weitere Bewertung direkt vom gemessenen Arbeitsplatzpegel abgezogen werden.
Für eine genauere Auswahl können zusätzlich die H-, M- und L-Werte betrachtet werden. Diese geben die Dämmwirkung bei hoch-, mittel- und tieffrequenten Geräuschanteilen an. Die DGUV weist darauf hin, dass für die betriebliche Auswahl Praxisabschläge und die tatsächlichen Einsatzbedingungen berücksichtigt werden müssen.
- SNR: vereinfachter Einzahlwert für die nominelle Gesamtschalldämmung
- H-Wert: Dämmwert für überwiegend hochfrequente Geräusche
- M-Wert: Dämmwert für überwiegend mittelfrequente Geräusche
- L-Wert: Dämmwert für überwiegend tieffrequente Geräusche
- Praxisabschlag: berücksichtigt Unterschiede zwischen Laborprüfung und betrieblicher Anwendung
- Restschallpegel: berechneter beziehungsweise gemessener Pegel unter dem Gehörschutz
Überprotektion bei Gehörschutz vermeiden
Ein möglichst hoher Dämmwert ist nicht an jedem Arbeitsplatz zweckmäßig. Wird der Schallpegel zu stark reduziert, können Sprachkommunikation, Warnsignale, Maschinenzustände oder herannahende Fahrzeuge schlechter wahrgenommen werden.
Die DGUV nennt für viele Anwendungen einen empfohlenen Restschallpegel unter dem Gehörschutz von etwa 70 bis 80 dB(A). Die konkrete Bewertung richtet sich jedoch nach Tätigkeit, Gefährdung und erforderlicher Signalwahrnehmung.
Bestehen besondere Anforderungen an die Kommunikation, können Gehörschutzstöpsel mit flacher Dämmcharakteristik, frequenzabhängiger Wirkung oder elektronischen Zusatzfunktionen erforderlich sein. Die Eignung muss anhand der Arbeitsplatzanalyse geprüft werden.
Arbeitsschutz-Ohrstöpsel mit Kordel oder Bügel
Arbeitsschutz Ohrstöpsel sind als lose Einzelstöpsel, Modelle mit Verbindungskordel oder Bügelstöpsel erhältlich. Eine Kordel erleichtert das zeitweise Herausnehmen und reduziert das Verlustrisiko. Bügelstöpsel eignen sich insbesondere bei häufigem Betreten und Verlassen von Lärmbereichen.
Bei Arbeiten an Maschinen mit Einzugs- oder Erfassungsgefahr können Kordeln oder Bügel jedoch ungeeignet sein. Die Ausführung muss daher zur Tätigkeit und zur Maschinenumgebung passen.
- Ohne Kordel: geringe Gefahr des Hängenbleibens und einzeln austauschbar
- Mit Kordel: leichteres Wiederfinden und Zwischenlagern
- Bügelstöpsel: schnelles Auf- und Absetzen bei wechselnder Lärmexposition
- Metalldetektierbar: modellabhängig für Lebensmittel- und Produktionsbereiche
- Spenderfähig: kontrollierte Bereitstellung größerer Mengen am Arbeitsplatz
Gehörschutz für Arbeit und Kommunikation
Ein geeigneter Gehörschutz für Arbeit muss den Schallpegel ausreichend reduzieren, ohne betriebliche Kommunikation unnötig zu erschweren. Besonders bei Teamarbeit, Fahrzeugverkehr und akustischen Warnsystemen ist die Wahrnehmbarkeit sicherheitsrelevanter Signale zu prüfen.
Können Beschäftigte Warnsignale trotz Ohrstöpseln sicher erkennen? Das hängt von Dämmwert, Frequenzbereich des Signals, Umgebungsgeräusch und individuellem Hörvermögen ab. Vor dem regulären Einsatz können praktische Hörproben oder geeignete Funktionskontrollen erforderlich sein.
Bei Beschäftigten mit Hörminderung, Hörgeräten oder besonderen Kommunikationsanforderungen sollte die Auswahl in Abstimmung mit Arbeitsschutzfachleuten und arbeitsmedizinischer Betreuung erfolgen.
Einheitsgröße oder verschiedene Stöpselgrößen
Gehörgänge unterscheiden sich in Form und Durchmesser. Ein Modell in Einheitsgröße sitzt daher nicht bei jeder Person gleich sicher. Zu große Stöpsel können Druckschmerzen verursachen, während zu kleine Modelle den Gehörgang nicht ausreichend abdichten.
Für Belegschaften sollten deshalb gegebenenfalls mehrere Größen, unterschiedliche Materialformen oder alternative Gehörschutzarten bereitgestellt werden. Eine hohe Trageakzeptanz ist entscheidend, da bereits kurze Trageunterbrechungen die über eine Schicht erzielte Schutzwirkung deutlich reduzieren können.
Individuelle Schutzwirkung kontrollieren
Die Herstellerwerte werden unter standardisierten Prüfbedingungen ermittelt. Der tatsächlich am Arbeitsplatz erreichte Schutz hängt dagegen von Anatomie, Einsetztechnik und Zustand der Stöpsel ab.
Individuelle Fit-Testing- oder Funktionskontrollsysteme können ermitteln, ob ein bestimmtes Modell bei der jeweiligen Person ausreichend abdichtet. Die DGUV Information 212-003 behandelt Messsysteme zur Bestimmung der individuellen Schutzwirkung von Gehörschutz.
Solche Prüfungen sind insbesondere bei hohen Lärmbelastungen, häufigen Fehlanwendungen oder sehr unterschiedlich geformten Gehörgängen sinnvoll. Sie ersetzen jedoch nicht die Unterweisung und regelmäßige Sichtkontrolle.
Normen und Kennzeichnung von Gehörschutzstöpseln
Die Anforderungen an Konstruktion, Leistung, Kennzeichnung und Benutzerinformation von Gehörschutzstöpseln werden in der DIN EN 352-2 behandelt. Die Norm umfasst insbesondere Anforderungen an die Schalldämmung und verweist für deren Messung auf festgelegte Prüfverfahren.
Gehörschutz gegen gesundheitsschädlichen Lärm fällt außerdem unter die europäische Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen. Für die Bereitstellung auf dem europäischen Markt sind unter anderem die vorgeschriebenen Konformitätsbewertungsverfahren, Produktinformationen und Kennzeichnungen relevant.
- DIN EN 352-2: Anforderungen an Gehörschutzstöpsel
- CE-Kennzeichnung: Kennzeichnung entsprechend den anwendbaren europäischen PSA-Vorgaben
- SNR- und HML-Werte: Angaben zur geprüften Schalldämmung
- Größenkennzeichnung: Hinweise zur vorgesehenen Passform
- Benutzerinformation: Vorgaben zu Anwendung, Reinigung, Lagerung und Austausch
- DGUV Regel 112-194: betriebliche Hilfestellung zur Auswahl und Benutzung von Gehörschutz
Hygiene und Reinigung von Gehörschutzstöpseln
Gehörschutzstöpsel stehen in direktem Kontakt mit dem Gehörgang. Verschmutzte Modelle können Hautreizungen begünstigen und lassen sich unter Umständen nicht mehr korrekt einsetzen.
Einwegstöpsel sind entsprechend der Herstellerangaben zu entsorgen und nicht für eine unbegrenzte Wiederverwendung vorgesehen. Mehrwegstöpsel werden mit geeigneten Mitteln gereinigt, vollständig getrocknet und anschließend in einem sauberen Behälter aufbewahrt.
- Einwegmodelle: nach Verschmutzung, Beschädigung oder vorgesehener Nutzungsdauer austauschen
- Mehrwegmodelle: regelmäßig nach Herstellerangaben reinigen
- Aufbewahrung: trocken, sauber und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern
- Kontrolle: Material auf Risse, Verformungen und Verhärtungen prüfen
- Persönliche Zuordnung: wiederverwendbare Stöpsel nicht zwischen Personen austauschen
- Spendersysteme: sauber halten und vor Produktionsstaub oder Feuchtigkeit schützen
Auswahlkriterien für Gehörschutzstöpsel
Bei der Auswahl geeigneter Gehörschutzstöpsel sollten Unternehmen nicht ausschließlich den höchsten verfügbaren SNR-Wert berücksichtigen. Entscheidend sind die konkrete Lärmbelastung, der sichere Sitz und die Akzeptanz während der gesamten Expositionszeit.
- Lärmexposition: Tages-Lärmexpositionspegel und Spitzenschalldruckpegel bestimmen
- Frequenzbereich: hoch-, mittel- und tieffrequente Geräuschanteile berücksichtigen
- Dämmleistung: SNR- und HML-Werte einschließlich Praxisabschlägen bewerten
- Passform: unterschiedliche Größen und Bauformen bereitstellen
- Tragedauer: Materialkomfort und Belüftung des Gehörgangs berücksichtigen
- Kommunikation: Sprache, Warnsignale und Maschinenzustände einbeziehen
- Hygiene: Einweg- oder Mehrwegkonzept passend zum Arbeitsplatz auswählen
- Unterweisung: korrektes Einsetzen, Prüfen und Entfernen praktisch vermitteln
Geeignete Ohrstöpsel für die Arbeit verbinden eine an die Lärmbelastung angepasste Schalldämmung mit sicherer Passform, hygienischer Anwendung und ausreichender Wahrnehmbarkeit betrieblicher Signale. Ihre tatsächliche Schutzwirkung hängt wesentlich davon ab, dass sie korrekt eingesetzt und während der gesamten Lärmexposition getragen werden.
Gehörschutzstöpsel reduzieren die Schallbelastung direkt im Gehörgang und unterstützen einen wirksamen PSA-Gehörschutz in Industrie, Handwerk, Bau, Fertigung und Logistik.