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Labore
Laborbekleidung für Forschung, Analyse und Qualitätskontrolle
Laborbekleidung ist auf die hygienischen, funktionalen und arbeitsschutzbezogenen Anforderungen in chemischen, biologischen, medizinischen, pharmazeutischen und technischen Laboratorien abgestimmt. Sie umfasst je nach Tätigkeit Laborkittel, Labormäntel, Hosen, Kasacks, Overalls und ergänzende Schutzkomponenten.
Labor Arbeitskleidung schützt zunächst die private beziehungsweise darunter getragene Kleidung vor leichter Verschmutzung und unterstützt die organisatorische Trennung zwischen Labor- und Außenbereich. Bestehen konkrete Gefährdungen durch Chemikalien, biologische Arbeitsstoffe, Hitze oder Kontamination, ist zusätzlich entsprechend geeignete und geprüfte Labor Schutzkleidung erforderlich. Ein gewöhnlicher Laborkittel ist nicht automatisch persönliche Schutzausrüstung gegen jede im Labor auftretende Gefahr.
Welche Anforderungen muss Labor Arbeitskleidung erfüllen?
Besteht bei der Arbeit die Gefahr, dass Flüssigkeiten auf Ärmel, Oberkörper oder Beine gelangen? Werden Proben, Chemikalien oder biologische Materialien zwischen verschiedenen Laborbereichen bewegt? Geeignete Labor Kleidung sollte die vorgesehenen Körperbereiche ausreichend abdecken, sicher sitzen und auf die konkrete Tätigkeit abgestimmt sein.
Relevant sind geschlossene Fronten, ausreichende Ärmel- und Rückenlängen sowie Materialien, die zum Stoffkontakt und zum betrieblichen Aufbereitungsverfahren passen. Straßenkleidung allein gilt in Laboratorien nicht als geeignete Arbeitskleidung. Die erforderliche Ausstattung ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und den im Labor verwendeten Stoffen, Verfahren und Arbeitsmitteln.
- Abdeckung: Oberkörper, Arme und abhängig von der Tätigkeit weitere Körperbereiche ausreichend bedecken
- Passform: Bewegungsfreiheit ohne lose oder weit abstehende Bekleidungsteile
- Verschluss: vollständig und bei Bedarf schnell zu öffnen
- Material: abgestimmt auf Stoffkontakt, Brandrisiko und Aufbereitung
- Aufbewahrung: getrennte Lagerung von Labor- und Straßenkleidung
- Kennzeichnung: eindeutige Zuordnung zu Person, Bereich oder Schutzstufe
Laborkittel für allgemeine Laborarbeiten
Der Laborkittel gehört zur grundlegenden Berufsbekleidung in vielen Laborbereichen. Er bedeckt Oberkörper und Arme und schützt die darunterliegende Kleidung vor Staub, Spritzern und leichter Verschmutzung. Typische Einsatzbereiche sind Qualitätskontrolle, Probenvorbereitung, Forschung, Ausbildung und technische Analytik.
Ein geeigneter Kittel sollte geschlossen getragen werden und ausreichend lang sein. Eng anliegende Ärmelabschlüsse können verhindern, dass lose Ärmel mit Proben, Apparaturen oder Arbeitsflächen in Kontakt kommen. Taschen müssen so angeordnet sein, dass sie Arbeitsabläufe nicht behindern und keine Gefahrstoffe oder kontaminierten Gegenstände unkontrolliert aufnehmen.
- Frontverschluss: Druckknöpfe, verdeckte Knopfleiste oder Reißverschluss
- Ärmel: lang und je nach Tätigkeit mit regulierbarem Abschluss
- Länge: ausreichende Abdeckung von Oberkörper und Oberschenkeln
- Taschen: Brust- und Seitentaschen für saubere Arbeitsmittel
- Kragen: geschlossen oder hoch ausgeführt, wenn dies die Tätigkeit erfordert
Bleibt der Kittel bei der Arbeit geöffnet oder werden die Ärmel dauerhaft hochgekrempelt? Dadurch können vorgesehene Abdeckungsbereiche entfallen. Der Laborkittel muss daher in der vorgesehenen Trageweise zum tatsächlichen Arbeitsablauf passen.
Labormantel und Laborkittel unterscheiden
Die Begriffe Labormantel und Laborkittel werden häufig gleichbedeutend verwendet. Ein Labormantel ist meist länger geschnitten und kann einen größeren Teil der Beine bedecken. Die genaue Bauform ist jedoch nicht allein anhand der Produktbezeichnung erkennbar.
Für die Auswahl sind Material, Verschluss, Ärmelkonstruktion, Länge und vorgesehener Einsatzbereich entscheidend. Ein längeres Kleidungsstück bietet nicht automatisch einen geprüften Chemikalien- oder Biostoffschutz.
Berufsbekleidung Labor für unterschiedliche Fachbereiche
Berufsbekleidung Labor muss an den jeweiligen Labortyp angepasst werden. Chemische Analytik, Mikrobiologie, medizinische Diagnostik, Werkstoffprüfung und Reinraumproduktion stellen unterschiedliche Anforderungen an Bekleidung und persönliche Schutzausrüstung.
- Chemielabor: geschlossene Laborbekleidung und stoffbezogene Chemikalienschutzkomponenten
- Biologisches Labor: bereichsbezogene Kleidung und Schutzmaßnahmen nach Risikobewertung
- Medizinisches Labor: hygienisch aufbereitbare Bekleidung und Schutz gegen biologische Kontamination
- Technisches Labor: robuste Kleidung für Geräte-, Werkstoff- und Prüfaufgaben
- Reinraumlabor: partikelarme Bekleidung zum Schutz kontrollierter Umgebungen
- Qualitätskontrolle: saubere und eindeutig zugeordnete Berufsbekleidung
Labor Schutzkleidung als persönliche Schutzausrüstung
Labor Schutzkleidung ist persönliche Schutzausrüstung, wenn sie Beschäftigte vor einer konkret bestimmten Gefährdung schützen soll. Dazu können Chemikalienspritzer, biologische Arbeitsstoffe, infektiöse Materialien, Hitze oder kontaminierende Partikel gehören.
Schutzkleidung muss für den jeweiligen Einsatzzweck geeignet und entsprechend geprüft beziehungsweise gekennzeichnet sein. Ein allgemeiner Baumwoll- oder Mischgewebekittel darf nicht als universeller Schutz gegen Säuren, Laugen, Lösungsmittel oder biologische Gefährdungen betrachtet werden. Die Gefahrstoffverordnung verlangt, dass erforderliche Schutzmaßnahmen auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ausgewählt und bereitgestellte persönliche Schutzausrüstungen verwendet werden.
- Spritzschutz: gegen definierte Mengen und Arten flüssiger Chemikalien
- Partikelschutz: gegen feste oder flüssige Aerosole entsprechend der Kennzeichnung
- Biologischer Schutz: bei Tätigkeiten mit entsprechend bewerteten Biostoffen
- Thermischer Schutz: bei Hitze-, Flammen- oder Kälteeinwirkung
- Kontaminationsschutz: kontrolliertes Ablegen und Aufbereiten oder Entsorgen
Chemikalien Schutzkleidung für Laboranwendungen
Chemikalien Schutzkleidung wird benötigt, wenn technische und organisatorische Maßnahmen eine Gefährdung durch Gefahrstoffe nicht ausreichend verhindern. Die geeignete Ausführung richtet sich nach Chemikalie, Konzentration, Aggregatzustand, Kontaktart und möglicher Expositionsdauer.
Eine flüssigkeitsabweisende Oberfläche bietet nicht automatisch einen umfassenden Chemikalienschutz. Schutzanzüge, Kittel, Schürzen und Ärmel müssen gegen die jeweils verwendeten Stoffe geprüft sein. Herstellerangaben zur Durchbruchzeit, Materialbeständigkeit und vorgesehenen Anwendung sind bei der Auswahl zu berücksichtigen.
Werden konzentrierte Säuren oder Laugen dosiert, umgefüllt oder erhitzt? Besteht die Möglichkeit großflächiger Spritzer? Dann kann ein gewöhnlicher Laborkittel unzureichend sein. Abhängig von der Gefährdungsbeurteilung sind chemikalienbeständige Schürzen, Anzüge, Handschuhe sowie Augen- und Gesichtsschutz erforderlich.
Materialien für Laborkittel und Laborbekleidung
Für Laborbekleidung werden unter anderem Baumwolle, Polyester, Mischgewebe und spezialisierte Funktionsmaterialien eingesetzt. Die Materialauswahl beeinflusst Tragekomfort, Partikelabgabe, Waschbarkeit und das Verhalten gegenüber Hitze oder Chemikalien.
- Baumwolle: saugfähig und bei thermischer Einwirkung nicht schmelzend
- Polyester: formstabil, pflegeleicht und schnell trocknend
- Mischgewebe: Kombination aus Komfort, Haltbarkeit und Pflegeeigenschaften
- Antistatische Gewebe: für definierte elektrostatisch sensible Arbeitsbereiche
- Barrieregewebe: für ausgewählte Chemikalien- oder Biostoffanwendungen
- Partikelarme Materialien: für Reinräume und kontrollierte Umgebungen
Bei Brand- oder Flammengefahr muss das Materialverhalten besonders berücksichtigt werden. Synthetische Fasern können bei starker Wärmeeinwirkung schmelzen. Liegt eine entsprechende Gefährdung vor, sind geeignete flammhemmende oder thermisch geprüfte Materialien erforderlich.
Hygienebekleidung Labor für medizinische und biologische Bereiche
Hygienebekleidung Labor wird in Bereichen eingesetzt, in denen eine kontrollierte Trennung von sauberer und potenziell kontaminierter Kleidung erforderlich ist. Dazu gehören medizinische Diagnostik, Mikrobiologie, biotechnologische Forschung und weitere Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen.
Die Biostoffverordnung verlangt eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme entsprechender Tätigkeiten. Die im November 2025 aktualisierte TRBA 100 konkretisiert Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien. Dazu gehören auch personenbezogene und hygienische Maßnahmen.
- Bereichstrennung: Kleidung nur in den dafür vorgesehenen Laborzonen tragen
- Wechsel: regelmäßig und unverzüglich bei Kontamination
- Aufbewahrung: getrennt von Straßen- und sauberer Kleidung
- Aufbereitung: kontrollierte Reinigung beziehungsweise Desinfektion
- Ablegen: vor dem Verlassen definierter Schutz- oder Laborbereiche
- Kennzeichnung: Zuordnung zu Labor, Schutzstufe oder Person
Laborbekleidung bei biologischen Arbeitsstoffen
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen richtet sich die Bekleidung nach Risikogruppe, Schutzstufe, Arbeitsverfahren und möglicher Kontamination. Ein Laborkittel kann Bestandteil der grundlegenden Laborbekleidung sein, während für höhere oder besondere Risiken geschlossene Schutzkittel, Overalls, Handschuhe, Atemschutz oder weitere PSA erforderlich werden können.
Kontaminierte Schutz- oder Arbeitskleidung darf nicht unkontrolliert in Pausen-, Büro- oder Außenbereiche getragen werden. Für Sammlung, Aufbereitung und Entsorgung müssen betriebliche Verfahren festgelegt sein.
Reinraumbekleidung für kontrollierte Laborumgebungen
Reinraumbekleidung schützt in erster Linie die kontrollierte Umgebung und das Produkt vor vom Menschen freigesetzten Partikeln und Verunreinigungen. Sie ist deshalb nicht automatisch mit Schutzkleidung für den Träger gleichzusetzen.
Je nach Reinheitsbereich umfasst das Bekleidungssystem Kittel, Overalls, Hauben, Masken, Handschuhe, Überschuhe oder Reinraumstiefel. Die aktuelle ISO 14644-5:2025 behandelt den Betrieb von Reinräumen und berücksichtigt unter anderem Personal, Zugang, Bekleidung, Reinigung und Kontaminationskontrolle.
- Partikelarmut: geringe Faser- und Partikelfreisetzung
- Körperabdeckung: abgestimmt auf Reinheitsklasse und Prozess
- Oberfläche: glatte, möglichst wenig kontaminationsanfällige Konstruktion
- Passform: ausreichende Beweglichkeit ohne offene Übergänge
- Aufbereitung: kontrollierte Reinraumwäsche und gegebenenfalls Sterilisation
- Schleuseneignung: kontrolliertes An- und Ablegen ohne Bodenkontakt
Reinraum- und Chemikalienschutz nicht gleichsetzen
Ein Reinraumoverall kann ein sehr geringes Partikelabgabeverhalten besitzen, ohne gegen bestimmte Chemikalien geprüft zu sein. Umgekehrt kann ein Chemikalienschutzanzug eine Barriere für definierte Stoffe bilden, aber für einen hochreinen Prozess ungeeignet sein.
Bestehen gleichzeitig Anforderungen an Produkt-, Reinraum- und Personenschutz, muss ein Bekleidungssystem ausgewählt werden, das alle relevanten Eigenschaften nachweisbar erfüllt. Mehrere Produkte übereinander zu tragen ist nur sinnvoll, wenn ihre Kombination geprüft und der An- sowie Ablegevorgang festgelegt wurde.
Laborkittel und Straßenkleidung getrennt aufbewahren
Labor- und Straßenkleidung sollten getrennt gelagert werden. Dies verhindert, dass Verschmutzungen oder Kontaminationen auf private Kleidung und außerhalb des Labors genutzte Bereiche übertragen werden. Die DGUV nennt für Laboratorien ausdrücklich eine getrennte Aufbewahrung von Laborkitteln und Straßenbekleidung.
Für unterschiedliche Labor- oder Schutzbereiche können separate Spinde, Hakenleisten oder Schleusensysteme erforderlich sein. Getragene Kleidung muss eindeutig von gereinigter und freigegebener Bekleidung getrennt werden.
Kittel, Kasack oder Overall auswählen
Die Bauform sollte zum Abdeckungsbedarf und zu den Arbeitsbewegungen passen. Kittel und Labormäntel lassen sich schnell an- und ausziehen. Kasacks bieten hohe Beweglichkeit, bedecken jedoch häufig weniger Körperfläche. Overalls ermöglichen eine weitgehend geschlossene Abdeckung von Ober- und Unterkörper.
- Laborkittel: für allgemeine Labor-, Prüf- und Kontrollarbeiten
- Labormantel: längere Ausführung mit erweiterter Körperabdeckung
- Kasack: bewegliche Berufsbekleidung für ausgewählte medizinische Laborbereiche
- Zweiteilige Bekleidung: Oberteil und Hose für definierte Hygiene- oder Reinraumbereiche
- Overall: geschlossene Bekleidung für höhere Kontaminations- oder Reinraumanforderungen
- Einwegschutzanzug: für definierte kontaminierende oder kurzzeitige Anwendungen
Ärmel, Bündchen und Handschuhübergänge
Die Ärmelkonstruktion beeinflusst den Übergang zwischen Bekleidung und Schutzhandschuhen. Offene oder zu kurze Ärmel können Hautbereiche freilegen. Zu weite Ärmel können dagegen in Flüssigkeiten, Proben oder Apparaturen geraten.
Elastische oder regulierbare Bündchen unterstützen einen kontrollierten Sitz. Je nach Schutzkonzept werden Handschuhe über oder unter dem Ärmel getragen. Die vorgesehene Reihenfolge muss in der Betriebsanweisung beziehungsweise im Ankleideprozess festgelegt werden.
Laborhosen und geschlossene Schuhe
Abhängig von der Tätigkeit kann unter dem Laborkittel lange, beinbedeckende Kleidung erforderlich sein. Ein Kittel allein schützt die unteren Beine nicht vollständig. Offene Schuhe bieten nur begrenzten Schutz gegen herabfallende Gegenstände, Glasbruch und Flüssigkeitsspritzer.
Geeignetes Schuhwerk sollte geschlossen, standsicher und auf Boden sowie mögliche Stoffkontakte abgestimmt sein. Bestehen mechanische oder chemische Gefährdungen, können entsprechend geprüfte Berufs- oder Sicherheitsschuhe erforderlich sein.
ESD-Anforderungen in technischen Laboren
In Elektronik-, Prüf- und Entwicklungslaboren können elektrostatische Anforderungen bestehen. ESD-fähige Laborbekleidung enthält häufig leitfähige Garne und unterstützt den kontrollierten Ladungsausgleich.
Die ESD-Funktion muss innerhalb eines Gesamtsystems aus Bekleidung, Schuhen, Boden und Erdung betrachtet werden. Ein antistatischer Laborkittel allein gewährleistet keine vollständige Personenerdung. Gleichzeitig ist ESD-Bekleidung nicht automatisch Reinraum- oder Chemikalienschutzkleidung.
Einweg- und Mehrwegbekleidung im Labor
Mehrwegbekleidung eignet sich für standardisierte Aufbereitungs- und Ausgabekreisläufe. Sie muss kontrolliert gesammelt, gereinigt, geprüft und erneut bereitgestellt werden. Einwegbekleidung wird nach einer festgelegten Nutzung entsorgt und kann bei schwer aufbereitbaren oder kontaminationskritischen Arbeiten sinnvoll sein.
Die Entscheidung sollte nach Schutzanforderung, Kontaminationsrisiko, Einsatzhäufigkeit, Aufbereitungsaufwand und Abfallmenge getroffen werden. Einweg bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt gegen die am Arbeitsplatz verwendeten Stoffe schützt.
Pflege und Aufbereitung von Laborbekleidung
Die Aufbereitung richtet sich nach Material, Verschmutzung, Laborbereich und möglicher Kontamination. Schutz- und Hygienebekleidung darf nicht ohne festgelegtes Verfahren privat gewaschen werden. Für kontaminierte Kleidung sind Sammlung, Transport und Reinigung so zu organisieren, dass Beschäftigte und weitere Bereiche nicht gefährdet werden.
- Sammlung: geschlossene und eindeutig gekennzeichnete Behälter verwenden
- Trennung: saubere, getragene und kontaminierte Kleidung separat behandeln
- Reinigung: auf Material und Kontaminationsart abgestimmtes Verfahren
- Desinfektion: bei entsprechender biologischer Gefährdung
- Prüfung: Kontrolle auf Risse, offene Nähte und beschädigte Verschlüsse
- Austausch: Schutzkleidung bei beeinträchtigter Barrierewirkung aussondern
Kontaminierte Laborbekleidung richtig ablegen
Das Ablegen kontaminierter Kleidung kann selbst eine Exposition verursachen. Verschmutzte Außenseiten sollten möglichst nicht mit Haut, Unterbekleidung oder sauberen Flächen in Kontakt kommen. Bei risikoreichen Tätigkeiten ist eine festgelegte Ablegereihenfolge erforderlich.
Ist unklar, welche Handschuhe zuerst ausgezogen werden oder wo ein kontaminierter Kittel abgelegt werden soll? Solche organisatorischen Lücken erhöhen das Risiko einer Verschleppung. Behälter, Schleusenabläufe und Unterweisungen müssen deshalb aufeinander abgestimmt sein.
Passform und Bewegungsfreiheit
Laborbekleidung sollte in typischen Arbeitshaltungen geprüft werden. Dazu gehören Sitzen am Labortisch, Arbeiten an Abzügen, Pipettieren, Heben von Gefäßen und Tätigkeiten über Schulterhöhe.
- Schulterweite: freie Armbewegung ohne starke Zugspannung
- Rückenlänge: ausreichende Abdeckung beim Sitzen und Bücken
- Ärmellänge: geeigneter Übergang zu Handschuhen
- Frontweite: vollständiges Schließen auch über Unterbekleidung
- Beinlänge: bei Overalls und Hosen ohne Bodenkontakt
- Größenkonzept: ausreichend abgestufte Größen für die Belegschaft
Laborbekleidung kennzeichnen
Laborkittel und weitere Berufsbekleidung können mit Namen, Abteilung, Laborbereich oder Firmenlogo gekennzeichnet werden. In kontrollierten oder kontaminationskritischen Bereichen muss die Veredelung zum Material und zum Aufbereitungsverfahren passen.
Große Stickflächen, ungeeignete Garne oder nachträglich aufgebrachte Folien können Partikelverhalten, Barriereeigenschaften oder Waschbeständigkeit beeinflussen. Bei Schutz- und Reinraumbekleidung sollten Kennzeichnungen deshalb nur nach Freigabe des Herstellers oder des betrieblichen Bekleidungssystems angebracht werden.
Beschaffung von Berufsbekleidung für Labore
Eine strukturierte Beschaffung berücksichtigt Labortyp, Tätigkeiten, Gefährdungen, Größenbedarf und Aufbereitungsprozess. Unterschiedliche Bereiche können eigene Bekleidungssets und Kennzeichnungen benötigen.
- Laborbereiche erfassen: Chemie, Biologie, Medizin, Technik und Reinraum unterscheiden
- Gefährdungen bewerten: Chemikalien, Biostoffe, Hitze und Kontamination berücksichtigen
- Bekleidungsart festlegen: Kittel, Mantel, Kasack, Hose oder Overall auswählen
- PSA bestimmen: Schutzkleidung und ergänzende Komponenten stoffbezogen festlegen
- Aufbereitung planen: Reinigung, Desinfektion, Prüfung und Austausch organisieren
- Größen bereitstellen: vollständige Abdeckung und Beweglichkeit gewährleisten
Laborbekleidung bedarfsgerecht auswählen
Die Auswahl geeigneter Laborbekleidung richtet sich nach Laborbereich, Tätigkeit, Stoffkontakt, Hygienekonzept und möglicher Gefährdung. Für allgemeine Analyse- und Kontrollarbeiten können geschlossene Laborkittel oder Labormäntel als grundlegende Berufsbekleidung geeignet sein.
Labor Schutzkleidung, Chemikalien Schutzkleidung, Reinraumbekleidung und Hygienebekleidung Labor erfüllen dagegen unterschiedliche Schutzaufgaben. Sie dürfen nicht allein aufgrund ähnlicher Schnitte oder Materialien gleichgesetzt werden. Schutzleistung, Passform, Aufbereitung und Kompatibilität mit Handschuhen, Schuhen, Augen- und Atemschutz müssen gemeinsam betrachtet werden.
Labor Arbeitskleidung verbindet ausreichende Körperabdeckung, funktionale Schnitte und bereichsgerechte Materialien zu einem abgestimmten Bekleidungssystem für Forschung, Analyse, Qualitätskontrolle, Reinraum und medizinische Labore.
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