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Vollmasken
Vollmasken für professionellen Atem- und Gesichtsschutz
Vollmasken schützen die Atemwege, die Augen und große Bereiche des Gesichts vor definierten Gefahrstoffen in der Umgebungsluft. Sie werden unter anderem in Industrie, Chemie, Lackierung, Sanierung, Instandhaltung, Feuerwehr, Labor und Gefahrstofftechnik eingesetzt. Abhängig vom angeschlossenen Atemschutzsystem können Vollmasken vor Partikeln, Gasen, Dämpfen oder kombinierten Belastungen schützen.
Eine Vollmaske für den Atemschutz besteht üblicherweise aus Maskenkörper, Sichtscheibe, Gesichtsabdichtung, Innenmaske, Ventilen und einer Kopfbänderung. Je nach Modell kann sie mit austauschbaren Filtern, Gebläseatemschutz oder einem umluftunabhängigen Atemschutzgerät verbunden werden. Die konkrete Schutzwirkung ergibt sich immer aus der vollständigen, zugelassenen Systemkombination.
Atemschutz-Vollmasken für Industrie und Handwerk
Eine Atemschutz-Vollmaske umschließt das gesamte Gesicht und bietet dadurch einen größeren Schutzumfang als eine Halbmaske. Neben Nase, Mund und Kinn werden auch die Augen vor der umgebenden Atmosphäre abgeschirmt. Dies ist insbesondere bei reizenden Gasen, Dämpfen, Aerosolen, Flüssigkeitsspritzern oder staubintensiven Tätigkeiten relevant.
Typische Anwendungsbereiche sind Lackier- und Beschichtungsarbeiten, chemische Prozesse, industrielle Reinigung, Asbest- und Schadstoffsanierung, Schleifarbeiten sowie Wartungs- und Reparatureinsätze. Die Auswahl erfolgt auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, der vorhandenen Stoffe und ihrer Konzentration sowie der Einsatzgrenzen des jeweiligen Atemschutzsystems.
- Abdeckung: Atemwege, Augen und Gesicht
- Einsatzbereiche: Industrie, Chemie, Lackierung, Sanierung, Labor und Feuerwehr
- Anschlussarten: Filter, Gebläseatemschutz oder umluftunabhängige Atemluftversorgung
- Filterarten: Partikel-, Gas- und Kombinationsfilter
- Passform: umlaufende Gesichtsabdichtung und verstellbare Kopfbänderung
- Sichtfeld: großflächige Sichtscheibe für eine möglichst uneingeschränkte Wahrnehmung
Mehrweg-Vollmasken mit austauschbaren Filtern
Mehrweg-Vollmasken sind für wiederholte Einsätze ausgelegt. Der Maskenkörper besteht häufig aus Silikon, Elastomer oder vergleichbaren flexiblen Materialien. Die umlaufende Dichtlippe soll sich gleichmäßig an Stirn, Wangen und Kinn anlegen und ungefilterte Nebenluft reduzieren.
Austauschbare Filter werden über Schraub-, Bajonett- oder herstellerspezifische Steckverbindungen befestigt. Maske, Filter und Zubehör müssen als kompatibles System vorgesehen sein. Eine mechanisch passende Verbindung allein ist kein ausreichender Nachweis dafür, dass unterschiedliche Komponenten gemeinsam eingesetzt werden dürfen.
Partikelfilter für Stäube, Rauch und Aerosole
Partikelfilter schützen vor festen und flüssigen Aerosolen. Dazu gehören beispielsweise mineralische Stäube, Metallpartikel, Rauch, Farbnebel und andere luftgetragene Partikel. Die erforderliche Filterklasse richtet sich nach Art und Konzentration der Belastung sowie nach dem notwendigen Schutzniveau.
Partikelfilter schützen nicht vor Gasen, Dämpfen oder Sauerstoffmangel. Bei gemischten Belastungen ist ein geeigneter Kombinationsfilter erforderlich. Steigt der Atemwiderstand deutlich an oder ist das Filterelement beschädigt beziehungsweise verschmutzt, muss es entsprechend den Herstellerangaben ausgetauscht werden.
- P1-Filter: für definierte geringere Partikelbelastungen
- P2-Filter: für höhere Konzentrationen gesundheitsgefährdender Partikel
- P3-Filter: höchste Filterklasse innerhalb der Partikelfilterstufen
- Vorfilter: können den Hauptfilter bei grober Verschmutzung entlasten
- Filterwechsel: abhängig von Belastung, Atemwiderstand und Herstellervorgaben
Gasfilter für Gase und Dämpfe
Gasfilter sind für definierte Stoffgruppen ausgelegt. Ihre Kennzeichnung gibt an, gegen welche Gase oder Dämpfe sie eingesetzt werden dürfen. Die Auswahl darf nicht allein nach Geruch oder subjektiver Wahrnehmung erfolgen, da viele Gefahrstoffe keine zuverlässige Geruchswarnung bieten.
Die Aufnahmekapazität eines Gasfilters ist begrenzt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Stoffkonzentration, Arbeitsintensität und Filtergröße beeinflussen die mögliche Nutzungsdauer. Für den betrieblichen Einsatz sind deshalb dokumentierte Wechselintervalle erforderlich.
Kombinationsfilter für gemischte Belastungen
Kombinationsfilter verbinden Partikel- und Gasfilter in einem System. Sie eignen sich für Arbeitsbereiche, in denen gleichzeitig Aerosole, Gase oder Dämpfe auftreten. Typische Anwendungen können Lackierarbeiten, industrielle Reinigungsprozesse, chemische Produktion oder Sanierungsarbeiten sein.
Auch bei Kombinationsfiltern gelten die jeweiligen Einsatzgrenzen der einzelnen Filterbestandteile. Eine Veränderung des Geruchs oder Geschmacks ist kein verlässliches Kriterium für den Filterwechsel. Maßgeblich sind die festgelegte Nutzungsdauer, die dokumentierte Belastung und die Angaben des Herstellers.
3M Vollmasken und kompatible Filtersysteme
3M Vollmasken gehören zu den wiederverwendbaren Atemschutzsystemen und sind je nach Baureihe für unterschiedliche Filter- und Luftversorgungskonzepte ausgelegt. Zum Sortiment zählen Modelle mit großflächiger Sichtscheibe, weicher Gesichtsabdichtung und herstellerspezifischen Anschlüssen für Partikel-, Gas- und Kombinationsfilter.
Bei der Auswahl einer 3M-Vollmaske sind Baureihe, Maskengröße, Filteranschluss und vorgesehenes Zubehör zu berücksichtigen. Filter, Adapter, Gebläseeinheiten und Ersatzteile müssen für das jeweilige Modell freigegeben sein. 3M weist für seine Vollmasken unter anderem Einsatzmöglichkeiten mit Wechselfiltern und Gebläseatemschutzsystemen aus.
Vollmasken mit Gebläseatemschutz
Bei einem Gebläseatemschutzsystem wird Umgebungsluft durch Filter angesaugt und der Vollmaske über eine Gebläseeinheit zugeführt. Der Luftstrom kann den Atemwiderstand reduzieren und den Tragekomfort bei längeren Einsätzen verbessern. Die Schutzwirkung hängt von Gebläseleistung, Filterausstattung, Ladezustand und korrekter Systemkonfiguration ab.
Gebläseatemschutz bleibt grundsätzlich von der vorhandenen Umgebungsluft abhängig. Er darf daher nicht bei Sauerstoffmangel oder unter Bedingungen eingesetzt werden, für die das System nicht ausgelegt ist. Ein Ausfall oder Nachlassen der Gebläseleistung muss bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.
Vollmasken mit umluftunabhängiger Atemluftversorgung
Vollmasken können auch als Atemanschluss für Pressluftatmer oder Schlauchgeräte dienen. Diese Systeme versorgen den Träger unabhängig von der Umgebungsluft mit Atemluft. Sie werden eingesetzt, wenn Sauerstoffmangel möglich ist, Gefahrstoffkonzentrationen unbekannt sind oder Filtergeräte keinen ausreichenden Schutz bieten.
Die Kombination aus Vollmaske, Lungenautomat, Atemluftversorgung und Zubehör muss als vollständiges System geeignet sein. Für Feuerwehr- und Gefahrstoffeinsätze gelten zusätzliche Anforderungen an Ausbildung, Wartung, Einsatzplanung und körperliche Eignung.
Einsatzgrenzen von Vollmasken mit Filtern
Filter-Vollmasken erzeugen keinen Sauerstoff. Sie dürfen nur eingesetzt werden, wenn ausreichend Sauerstoff vorhanden ist und Art sowie Konzentration der Gefahrstoffe bekannt sind. Bei unbekannten Schadstoffen, möglichem Sauerstoffmangel oder unmittelbar lebensbedrohlichen Bedingungen sind umluftunabhängige Atemschutzgeräte erforderlich.
Die DGUV Regel 112-190 behandelt die Auswahl und Benutzung von Atemschutzgeräten einschließlich Dichtsitz, Filtereinsatz, Unterweisung und Instandhaltung.
Dichtsitz und Anpassungsüberprüfung
Eine Vollmaske kann ihre vorgesehene Schutzwirkung nur bei dichtem Sitz erreichen. Die Gesichtsabdichtung muss über den gesamten Umfang gleichmäßig aufliegen. Bart, Koteletten, Haare, Narben oder andere Gegenstände im Bereich der Dichtlinie können Leckagen verursachen.
Vor dem erstmaligen Einsatz ist eine geeignete Anpassungsüberprüfung erforderlich. Zusätzlich muss die Maske vor jeder Verwendung entsprechend den Herstellerangaben auf Dichtsitz kontrolliert werden. Eine Maske mit definierter Dichtlinie schützt nur zuverlässig, wenn die Atemluft durch das vorgesehene Filtersystem und nicht über undichte Bereiche einströmt.
- Maskengröße: passend zur individuellen Gesichtsform auswählen
- Dichtlinie: frei von Haaren, Brillenbügeln und anderen störenden Elementen halten
- Kopfbänderung: gleichmäßig und ohne übermäßigen Druck einstellen
- Dichtsitzkontrolle: vor jedem Einsatz durchführen
- Anpassungsüberprüfung: bei Auswahl und Wechsel des Maskenmodells vorsehen
Sichtscheibe und Innenmaske
Die Sichtscheibe einer Vollmaske sollte ein möglichst großes und verzerrungsarmes Sichtfeld ermöglichen. Polycarbonat und andere geeignete Kunststoffe bieten abhängig vom Modell mechanische Festigkeit und ein geringes Gewicht. Schutzfolien können die Scheibe bei stark verschmutzenden Tätigkeiten vor Kratzern oder Ablagerungen schützen.
Eine integrierte Innenmaske leitet die Atemluft und reduziert den Totraum innerhalb der Maske. Gleichzeitig kann sie dazu beitragen, den Luftstrom an der Sichtscheibe entlangzuführen und das Beschlagen zu begrenzen. Ausatemventile führen warme und feuchte Luft aus dem Maskeninneren ab.
Sprachübertragung und Kommunikation
Vollmasken können die Sprachverständlichkeit beeinflussen. Modelle mit Sprechmembran oder kompatiblen Kommunikationssystemen unterstützen die Verständigung in Produktion, Einsatzdienst und Instandhaltung. Bei lärmintensiven oder unübersichtlichen Arbeitsbereichen ist eine klare Kommunikation besonders relevant.
Kommunikationszubehör darf die Dichtheit, das Sichtfeld oder die Funktion der Atemschutzmaske nicht beeinträchtigen. Kabel, Adapter und Mikrofone müssen für das jeweilige Maskensystem vorgesehen sein.
Vollmaske oder Halbmaske
Eine Halbmaske bedeckt Nase, Mund und Kinn, während eine Vollmaske zusätzlich die Augen und weite Teile des Gesichts einschließt. Vollmasken sind daher besonders für Arbeitsbereiche geeignet, in denen neben den Atemwegen auch die Augen vor reizenden oder schädigenden Stoffen geschützt werden müssen.
Die größere Abdeckung führt zugleich zu einem höheren Gewicht und kann Wärme- oder Feuchtigkeitsstau begünstigen. Für die Auswahl sind deshalb Schutzbedarf, Tragedauer, Sichtanforderungen und körperliche Belastung gemeinsam zu bewerten.
Auswahl geeigneter Vollmasken
Die Auswahl beginnt mit der Ermittlung der Gefahrstoffe und Arbeitsbedingungen. Zu berücksichtigen sind Konzentration, Aggregatzustand, Sauerstoffgehalt, Einsatzdauer, körperliche Belastung und die erforderliche Kombination mit weiterer persönlicher Schutzausrüstung.
- Gefahrstoff: Partikel, Gas, Dampf oder Mischbelastung bestimmen
- Atemschutzsystem: Filtergerät, Gebläseatemschutz oder Isoliergerät auswählen
- Maskengröße: an Gesichtsform und Dichtbereich anpassen
- Sichtfeld: Anforderungen an Orientierung und Präzisionsarbeit berücksichtigen
- Filteranschluss: ausschließlich kompatible Filter und Adapter verwenden
- Tragedauer: Gewicht, Atemwiderstand und Wärmeentwicklung einbeziehen
- Kommunikation: Verständigung und optionales Zubehör prüfen
- Kennzeichnung: Einsatzgrenzen und Herstellerangaben beachten
Kombination mit weiterer Schutzausrüstung
Vollmasken werden häufig gemeinsam mit Schutzhelm, Gehörschutz, Schutzanzug und Handschuhen getragen. Die einzelnen Komponenten dürfen die Dichtlinie, die Kopfbänderung oder die Filteranschlüsse nicht beeinträchtigen.
Bei eng anliegenden Schutzhauben oder Chemikalienschutzanzügen ist zu prüfen, ob die Übergänge zwischen Maske und Bekleidung ausreichend abgedeckt sind. Auch Helm, Kommunikationssystem und Maskenbänderung müssen als kombinierte Ausstattung sicher sitzen.
Reinigung, Wartung und Lagerung
Wiederverwendbare Vollmasken müssen nach den Herstellerangaben gereinigt, gegebenenfalls desinfiziert, getrocknet und geprüft werden. Gesichtsabdichtung, Sichtscheibe, Innenmaske, Ventile, Kopfbänderung und Anschlüsse sind regelmäßig auf Verschleiß und Beschädigungen zu kontrollieren.
Filter dürfen nicht mit Wasser oder Reinigungsmitteln behandelt werden. Geöffnete Filter sind entsprechend ihrer Kennzeichnung und den Herstellerangaben aufzubewahren. Masken sollten trocken, sauber und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, Hitze, Staub und Chemikalien gelagert werden.
Vollmasken als Bestandteil des betrieblichen Atemschutzes
Vollmasken verbinden Atemschutz mit einer großflächigen Abdeckung von Augen und Gesicht. Unterschiedliche Filtersysteme, Gebläseeinheiten und umluftunabhängige Atemschutzgeräte ermöglichen die Anpassung an zahlreiche industrielle, handwerkliche und feuerwehrtechnische Einsatzbereiche.
Atemschutz-Vollmasken bieten einen umfassenden Gesichts- und Atemschutz, sofern Maskengröße, Filtersystem, Dichtsitz und Einsatzgrenzen fachgerecht auf die jeweilige Gefährdung abgestimmt sind.