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Ersatzfilter
Ersatzfilter für Atemschutzmasken
Ersatzfilter erweitern und erhalten die Schutzfunktion wiederverwendbarer Atemschutzmasken. Abhängig von Filtertyp und Kennzeichnung schützen sie vor definierten Partikeln, Gasen, Dämpfen oder kombinierten Belastungen. Sie werden zusammen mit geeigneten Halbmasken, Vollmasken und Gebläseatemschutzsystemen in Industrie, Handwerk, Bau, Lackierung, Sanierung, Reinigung und Instandhaltung eingesetzt.
Ein Atemschutzfilter muss zur vorhandenen Gefährdung und zum jeweiligen Maskensystem passen. Filteranschluss, Filterklasse und Herstellerfreigabe sind deshalb vor der Verwendung zu prüfen. Mechanisch passende Filter dürfen nicht automatisch mit jeder Atemschutzmaske kombiniert werden. Maßgeblich ist die vollständige, vom Hersteller vorgesehene Systemkombination.
Atemschutzfilter für Halbmasken und Vollmasken
Wiederverwendbare Halb- und Vollmasken können je nach Bauart mit austauschbaren Filtern ausgestattet werden. Zur Auswahl stehen Partikelfilter, Gasfilter und Kombinationsfilter. Die konkrete Schutzwirkung ergibt sich aus dem Atemanschluss, dem eingesetzten Filter und dem dichten Sitz der Maske.
Atemschutzgeräte mit Filtern sind von der Umgebungsluft abhängig. Sie reinigen die vorhandene Luft, stellen aber keinen Sauerstoff bereit. Bei Sauerstoffmangel, unbekannten Schadstoffen oder unmittelbar lebensbedrohlichen Bedingungen sind Filtergeräte nicht ausreichend. In solchen Bereichen werden geeignete umluftunabhängige Atemschutzgeräte benötigt.
- Maskensysteme: Halbmasken, Vollmasken und geeignete Gebläseatemschutzgeräte
- Filterarten: Partikelfilter, Gasfilter und Kombinationsfilter
- Anschlüsse: Schraubgewinde, Bajonett- oder herstellerspezifische Stecksysteme
- Auswahlgrundlage: Gefahrstoff, Konzentration, Sauerstoffgehalt und Einsatzdauer
- Kompatibilität: ausschließlich freigegebene Masken-Filter-Kombinationen verwenden
- Filterwechsel: nach Wechselplan, Belastung und Herstellerangaben
Partikelfilter gegen Staub, Rauch und Aerosole
Partikelfilter schützen vor definierten festen und flüssigen Aerosolen. Dazu können mineralische Stäube, Holzstaub, Metallpartikel, Rauch, Farbnebel und weitere luftgetragene Partikel gehören. Sie werden für wiederverwendbare Halbmasken, Vollmasken und geeignete Gebläseeinheiten angeboten.
Partikelfilter werden üblicherweise in die Klassen P1, P2 und P3 eingeteilt. Innerhalb dieser Einteilung bietet P3 das höchste Partikelschutzniveau. Welche Klasse benötigt wird, hängt von der Partikelart, der Konzentration, dem verwendeten Atemanschluss und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung ab.
- P1-Filter: für geeignete geringere Partikelbelastungen
- P2-Filter: für erhöhte Belastungen durch gesundheitsschädliche Partikel
- P3-Filter: höchste Filterklasse innerhalb der Partikelfilter
- Vorfilter: können den Hauptfilter bei grobem Staub und Sprühnebel entlasten
- Wechselkriterium: zunehmender Atemwiderstand, Beschädigung oder starke Verschmutzung
Gasfilter gegen Gase und Dämpfe
Gasfilter sind für bestimmte Stoffgruppen ausgelegt. Filtertyp, Kennfarbe und weitere Kennzeichnungen geben an, gegen welche Gase oder Dämpfe ein Filter verwendet werden darf. Ein Filter für organische Dämpfe ist beispielsweise nicht automatisch für anorganische Gase, Ammoniak oder saure Gase geeignet.
Gasfilter besitzen eine begrenzte Aufnahmekapazität. Ihre mögliche Gebrauchsdauer wird unter anderem durch Gefahrstoffart, Konzentration, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Atemvolumen und Filtergröße beeinflusst. Ein Schadstoffgeruch ist kein verlässliches Wechselkriterium, da Geruchsschwellen und Gefährdungsgrenzen erheblich voneinander abweichen können.
- Filtertyp A: für bestimmte organische Gase und Dämpfe
- Filtertyp B: für bestimmte anorganische Gase und Dämpfe
- Filtertyp E: für Schwefeldioxid und bestimmte saure Gase
- Filtertyp K: für Ammoniak und bestimmte organische Ammoniakderivate
- Spezialfilter: für ausgewiesene Einzelstoffe oder besondere Anwendungen
Kombinationsfilter für Partikel, Gase und Dämpfe
Kombinationsfilter verbinden einen Gasfilter mit einem Partikelfilter. Sie werden eingesetzt, wenn am Arbeitsplatz gleichzeitig gasförmige Gefahrstoffe, Dämpfe und Aerosole auftreten. Typische Anwendungen sind Lackier-, Beschichtungs-, Reinigungs-, Sanierungs- und chemische Produktionsprozesse.
Bei einem Kombinationsfilter sind die Schutzbereiche beider Filterteile zu berücksichtigen. Die Partikelfilterklasse und der Gasfiltertyp müssen jeweils für die vorhandene Belastung ausreichen. Das Ende der Nutzungsdauer kann bei beiden Filterteilen nach unterschiedlichen Kriterien erreicht werden.
Schraubfilter für Atemschutzmasken
Ein Schraubfilter für Atemschutzmasken wird über ein Gewinde mit der Halb- oder Vollmaske verbunden. Je nach System handelt es sich um einen zentral angebrachten Filter oder um eine spezielle Anschlusslösung für industrielle und behördliche Atemschutzgeräte.
Gewindeform, Anschlussmaß und Systemzulassung müssen exakt zur Maske passen. Ein Filter darf nicht allein deshalb eingesetzt werden, weil er sich mechanisch einschrauben lässt. Auch Adapter dürfen nur verwendet werden, wenn sie für die konkrete Kombination vorgesehen und freigegeben sind.
- Gewindeanschluss: Filter wird in den vorgesehenen Maskenanschluss eingeschraubt
- Zentralfilter: häufig mittig vor dem Atemanschluss positioniert
- Systemprüfung: Anschluss, Dichtung und Herstellerfreigabe kontrollieren
- Montage: vollständig einschrauben, aber nicht gewaltsam überdrehen
- Dichtbereich: Gewinde und Dichtung vor Verschmutzung und Beschädigung schützen
Bajonett- und Steckfilter
Bajonett- und Steckfilter werden über eine Dreh- oder Rastverbindung an der Atemschutzmaske befestigt. Viele Doppelfiltersysteme verwenden seitlich angeordnete Filter, um Gewicht und Sichtfeld möglichst gleichmäßig zu verteilen.
Herstellerspezifische Anschlüsse verhindern jedoch nicht grundsätzlich die Verwendung ungeeigneter Komponenten. Vor dem Filterwechsel sind daher Modellbezeichnung, Anschlussart und freigegebene Filterserien abzugleichen. Filter unterschiedlicher Hersteller oder Baureihen sind nicht ohne dokumentierte Kompatibilität austauschbar.
Einfilter- und Doppelfiltersysteme
Bei Einfiltersystemen befindet sich der Filter meist zentral an der Vorderseite der Maske. Doppelfiltersysteme verwenden zwei seitlich angeordnete Filter. Diese Bauweise kann eine ausgewogene Gewichtsverteilung und ein größeres Sichtfeld nach unten ermöglichen.
Bei Doppelfiltersystemen sind beide Filter gleichzeitig zu montieren und zu wechseln. Unterschiedliche Filtertypen, Filterklassen oder Nutzungszustände dürfen nicht ohne ausdrückliche Systemfreigabe miteinander kombiniert werden.
- Einfiltersystem: zentraler Filter mit kompakter Anschlusslösung
- Doppelfiltersystem: zwei seitlich angeordnete Filter
- Filterpaar: gleiche Ausführung und gleicher Nutzungszustand erforderlich
- Gewichtsverteilung: bei der Auswahl für lange Tragezeiten berücksichtigen
Filterklassen und Aufnahmekapazität
Bei Gasfiltern können Klassen die Aufnahmekapazität des Filters beschreiben. Eine höhere Kapazitätsklasse bedeutet nicht, dass der Filter gegen andere Stoffgruppen schützt. Filtertyp und Kapazitätsklasse müssen daher getrennt betrachtet werden.
Auch größere Filter besitzen eine begrenzte Nutzungsdauer. Ein höheres Filtervolumen kann zudem Gewicht, Sichtfeld und Tragekomfort beeinflussen. Für den Einsatz sind Schutzbedarf, Arbeitsdauer und körperliche Belastung gemeinsam zu bewerten.
Ersatzfilter richtig auswählen
Die Auswahl geeigneter Ersatzfilter beginnt mit der Ermittlung der vorhandenen Gefahrstoffe. Sicherheitsdatenblätter, Arbeitsplatzmessungen und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung liefern wichtige Angaben zu Stoffart, Konzentration und erforderlichen Schutzmaßnahmen.
Die DGUV Regel 112-190 beschreibt unter anderem die Einteilung, Auswahl, Benutzung und Instandhaltung von Atemschutzgeräten. Filter und Atemanschluss müssen so ausgewählt werden, dass das erforderliche Schutzniveau für die konkrete Tätigkeit erreicht wird.
- Gefahrstoffart: Partikel, Gas, Dampf oder Mischbelastung bestimmen
- Schadstoffkonzentration: Messwerte und Arbeitsplatzgrenzwerte berücksichtigen
- Filtertyp: Partikel-, Gas- oder Kombinationsfilter auswählen
- Filterklasse: erforderliches Leistungs- beziehungsweise Aufnahmevermögen bestimmen
- Maskenanschluss: Gewinde-, Bajonett- oder Stecksystem prüfen
- Systemkompatibilität: Herstellerfreigaben und Produktunterlagen beachten
- Einsatzdauer: Arbeitsintensität, Temperatur und Luftfeuchtigkeit einbeziehen
Einsatzgrenzen von Atemschutzfiltern
Filtergeräte dürfen nur eingesetzt werden, wenn Art und Konzentration der Gefahrstoffe ausreichend bekannt sind und die Umgebungsbedingungen innerhalb der festgelegten Einsatzgrenzen liegen. Bei Sauerstoffmangel schützen Filter nicht, da sie der vorhandenen Luft keine zusätzliche Atemluft zuführen.
Auch bei unbekannten Schadstoffgemischen, sehr hohen Konzentrationen oder unmittelbar gefährlichen Atmosphären können Filtergeräte ungeeignet sein. In diesen Fällen sind umluftunabhängige Systeme wie Pressluftatmer oder geeignete Druckluft-Schlauchgeräte erforderlich.
Filterwechsel und betrieblicher Wechselplan
Ersatzfilter müssen rechtzeitig gewechselt werden. Für Gasfilter ist ein betrieblich festgelegter Wechselplan erforderlich, da die Erschöpfung der Aufnahmekapazität häufig nicht sichtbar ist. Der Wechselzeitpunkt sollte auf den Stoffdaten, der Konzentration, den Einsatzbedingungen, der Gebrauchsdauer und den Herstellerangaben beruhen.
Partikelfilter werden unter anderem bei deutlich steigendem Atemwiderstand, sichtbarer Beschädigung oder starker Verschmutzung ausgetauscht. Bei Kombinationsfiltern ist jeweils das zuerst erreichte Wechselkriterium des Partikel- oder Gasfilterteils maßgeblich.
- Gasfilter: nach dokumentiertem Wechselplan austauschen
- Partikelfilter: bei erhöhtem Atemwiderstand oder Verschmutzung wechseln
- Kombinationsfilter: Kriterien beider Filterkomponenten beachten
- Filterpaare: grundsätzlich gemeinsam austauschen
- Dokumentation: Öffnungsdatum und Einsatzdauer nachvollziehbar kennzeichnen
Filterwechsel fachgerecht durchführen
Vor dem Filterwechsel ist die Atemschutzmaske entsprechend den Herstellerangaben aus dem kontaminierten Bereich zu entfernen oder sicher abzulegen. Der neue Filter muss unbeschädigt, innerhalb seiner Lagerdauer und für die vorhandene Gefährdung geeignet sein.
Anschlussflächen, Gewinde, Dichtungen und Ventile sind vor der Montage zu kontrollieren. Nach dem Einsetzen der Filter muss die Verbindung fest und vollständig geschlossen sein. Vor dem erneuten Einsatz ist die Atemschutzmaske einschließlich der Filterverbindung auf korrekten Sitz und Funktion zu prüfen.
Lagerung geöffneter und ungeöffneter Filter
Ungeöffnete Ersatzfilter sollten trocken, sauber und in der Originalverpackung gelagert werden. Hitze, Feuchtigkeit, direkte Sonneneinstrahlung und chemische Dämpfe können Filtermaterial und Gehäuse beeinträchtigen. Die maximal zulässige Lagerdauer ist den Produkt- und Herstellerangaben zu entnehmen.
Die europäische PSA-Verordnung verlangt bei Filterausrüstungen Herstellerangaben zur maximalen Lagerdauer neuer, originalverpackter Filter.
Geöffnete Gas- und Kombinationsfilter können Stoffe und Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen, auch wenn sie nicht getragen werden. Sofern eine weitere Verwendung zulässig ist, müssen sie nach Herstellerangaben luftdicht verschlossen, eindeutig gekennzeichnet und getrennt von Gefahrstoffen gelagert werden.
Kontrolle von Filtergehäuse und Anschluss
Vor jeder Verwendung sind Ersatzfilter auf Risse, Verformungen, lose Bauteile, beschädigte Dichtungen und verschmutzte Anschlüsse zu prüfen. Filter mit sichtbaren Schäden oder überschrittener Lagerdauer dürfen nicht eingesetzt werden.
Filter dürfen nicht angebohrt, geöffnet, ausgeblasen oder mit Flüssigkeiten gereinigt werden. Solche Eingriffe können das Filtermaterial und die Schutzwirkung unkontrolliert verändern.
Kompatibilität mit Gebläseatemschutz
Gebläseatemschutzsysteme verwenden speziell auf die Gebläseeinheit abgestimmte Filter. Dabei sind Filterklasse, Luftleistung, Anschluss und elektronische beziehungsweise mechanische Überwachung des Systems zu berücksichtigen.
Filter für passive Halb- oder Vollmasken dürfen nicht automatisch an einem Gebläseatemschutzgerät eingesetzt werden. Umgekehrt sind Gebläsefilter nicht ohne Freigabe für Masken ohne Gebläse geeignet. Maßgeblich sind die Systemzulassung und die Herstellerunterlagen.
Entsorgung verbrauchter Ersatzfilter
Verbrauchte Filter können mit den Stoffen belastet sein, gegen die sie eingesetzt wurden. Die Entsorgung richtet sich deshalb nach der jeweiligen Kontamination und den betrieblichen Vorgaben. Filter mit Gefahrstoffbelastung dürfen nicht ohne Prüfung über den allgemeinen Abfall entsorgt werden.
Nach der Demontage sollten kontaminierte Filter so verpackt werden, dass keine Stäube, Flüssigkeiten oder aufgenommenen Gefahrstoffe freigesetzt werden. Auch bei der Handhabung gebrauchter Filter kann geeignete persönliche Schutzausrüstung erforderlich sein.
Ersatzfilter als Bestandteil des betrieblichen Atemschutzes
Ersatzfilter ermöglichen die bedarfsgerechte Anpassung wiederverwendbarer Atemschutzmasken an unterschiedliche Partikel-, Gas- und Dampfbelastungen. Partikelfilter, Gasfilter, Kombinationsfilter und Schraubfilter unterscheiden sich hinsichtlich Schutzbereich, Kapazität und Anschlussart.
Professionelle Ersatzfilter sichern die Funktion von Halbmasken, Vollmasken und Gebläseatemschutzsystemen, sofern Filtertyp, Anschluss, Wechselzeitpunkt und Einsatzgrenzen fachgerecht auf die jeweilige Gefährdung abgestimmt sind.