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Schuheinlagen
Schuheinlagen für Arbeitsschuhe, Sicherheitsschuhe und Berufsschuhe
Schuheinlagen unterstützen die Fußbettung, verändern die Druckverteilung und können den Tragekomfort in Arbeits-, Berufs- und Sicherheitsschuhen verbessern. Je nach Ausführung dienen sie der Dämpfung, Stabilisierung, Feuchtigkeitsregulierung oder individuellen orthopädischen Versorgung. Für Beschäftigte mit langen Laufwegen, überwiegend stehenden Tätigkeiten oder besonderen Fußanforderungen ist eine passende Kombination aus Schuh und Einlage entscheidend.
Einlegesohlen dürfen jedoch nicht unabhängig vom jeweiligen Schuhmodell ausgewählt werden. Besonders bei Sicherheitsschuhen können Höhe, Material und elektrische Eigenschaften der Einlage den Abstand zur Zehenschutzkappe, den Fersenhalt, die Antistatik oder die ESD-Funktion beeinflussen. Es sollte daher stets geprüft werden, welche Einlage der Hersteller für das konkrete Modell vorsieht.
Welche Aufgaben erfüllen Einlegesohlen?
Einlegesohlen liegen zwischen Fuß und Schuhboden und beeinflussen dadurch die Passform sowie das Lauf- und Stehgefühl. Abhängig vom Materialaufbau können sie Stöße dämpfen, den Fuß führen, Feuchtigkeit aufnehmen oder besonders belastete Bereiche zusätzlich polstern.
Ermüden die Füße bei langen Schichten auf Beton- oder Hallenböden? Entstehen Druckstellen an Ferse, Ballen oder Fußgewölbe? Geeignete Arbeitsschuh Einlagen können den vorhandenen Schuhkomfort ergänzen. Sie ersetzen jedoch keinen zu kleinen, zu schmalen oder grundsätzlich unpassenden Arbeitsschuh.
- Dämpfung: Reduzierung von Stoßbelastungen beim Gehen und Stehen
- Druckverteilung: gleichmäßigere Belastung von Ferse, Mittelfuß und Vorfuß
- Stabilisierung: Unterstützung des Fußes während der Abrollbewegung
- Feuchtigkeitsmanagement: Aufnahme oder Weiterleitung von Schweiß
- Passformanpassung: Abstimmung des Schuhinnenraums auf den Fuß
- Wärmeisolierung: zusätzliche Trennschicht gegenüber kalten Bodenflächen
Arbeitsschuh Einlagen für lange Lauf- und Stehzeiten
Arbeitsschuh Einlagen sind für beruflich genutzte Schuhe ausgelegt und müssen zur Belastung des jeweiligen Arbeitsplatzes passen. In Lager, Logistik, Produktion, Montage, Werkstatt und Service legen Beschäftigte häufig große Distanzen zurück oder stehen über mehrere Stunden auf harten Untergründen.
Für bewegungsintensive Tätigkeiten eignen sich häufig leichte und formstabile Einlegesohlen mit gezielter Dämpfung im Fersen- und Vorfußbereich. Bei überwiegend stehenden Arbeiten kann eine gleichmäßige Druckverteilung wichtiger sein als eine besonders weiche Polsterung. Zu weiche Sohlen können die Stabilität beeinträchtigen und sind deshalb nicht automatisch für jeden Einsatz geeignet.
Die Einlagenstärke muss zum Innenvolumen des Schuhs passen. Eine zusätzliche Einlegesohle sollte nicht auf eine bereits vorhandene Sohle gelegt werden, sofern der Hersteller dies nicht ausdrücklich vorsieht. Mehrere übereinanderliegende Sohlen können den Fuß anheben und Druck am Spann oder an der Zehenpartie verursachen.
Sicherheitsschuh Einlagen nur systemgerecht verwenden
Sicherheitsschuh Einlagen sind Bestandteil der geprüften Schuhkonstruktion. Die serienmäßig eingesetzte Einlegesohle darf deshalb nicht ohne Weiteres durch ein beliebiges Modell ersetzt werden. Eine veränderte Sohlenhöhe kann den Abstand zwischen Zehen und Schutzkappe reduzieren oder den Fersenhalt beeinträchtigen.
Auch antistatische und elektrostatisch ableitfähige Eigenschaften können sich durch ein anderes Material verändern. Die DGUV weist darauf hin, dass bei Fußschutz nur Einlagen verwendet werden dürfen, die für das betreffende Schuhmodell vorgesehen beziehungsweise gemeinsam mit dem Schuh geprüft wurden.
Passt eine private Komfort- oder Sporteinlage mechanisch in den Sicherheitsschuh? Das allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob die Kombination aus Schuh und Einlage die erforderlichen Schutzfunktionen weiterhin erfüllt.
Einlegesohlen Arbeitsschuhe passend auswählen
Einlegesohlen Arbeitsschuhe sind in verschiedenen Längen, Formen und Materialstärken erhältlich. Einige Modelle werden in vollständigen Schuhgrößen angeboten, andere können entlang markierter Linien zugeschnitten werden. Bei Arbeitsschuhen ohne PSA-Funktion ist eine Anpassung häufig unkomplizierter, dennoch sollte die Einlage den Sitz des Schuhs nicht nachteilig verändern.
Wichtige Auswahlkriterien sind:
- Schuhgröße: passgenaue Länge ohne Aufwölbungen oder Falten
- Schuhweite: genügend Raum für Fuß und Einlage
- Fersenform: sicherer Sitz in der hinteren Schuhpartie
- Materialstärke: keine Einengung von Zehen oder Fußrücken
- Tätigkeit: Abstimmung auf Lauf-, Steh- oder Montagearbeiten
- Arbeitsumgebung: Berücksichtigung von Wärme, Kälte und Feuchtigkeit
Rutscht die Einlage beim Ausziehen aus dem Schuh oder bildet sie im Vorfußbereich Falten? Solche Anzeichen sprechen für eine ungeeignete Größe, Form oder Materialstabilität.
Orthopädische Schuheinlagen für individuelle Beschwerden
Orthopädische Schuheinlagen werden individuell auf Fußform, Bewegungsablauf und medizinischen Bedarf abgestimmt. Sie können beispielsweise das Längs- oder Quergewölbe unterstützen, den Rückfuß führen, bestimmte Bereiche entlasten oder Fehlstellungen ausgleichen.
Die Versorgung sollte auf einer fachlichen Untersuchung und einer geeigneten Schuhbasis beruhen. Schuheinlagen orthopädisch anzupassen bedeutet nicht nur, eine Standardsohle stärker zu polstern. Form, Materialkombination, Stützelemente und Druckverteilung werden auf den jeweiligen Fuß und die vorgesehene Nutzung abgestimmt.
Orthopädische Einlagen können unter anderem bei folgenden Anforderungen eingesetzt werden:
- Fußfehlstellungen: individuelle Führung und Unterstützung
- Druckbeschwerden: Entlastung besonders beanspruchter Bereiche
- Unterschiedliche Beinlängen: begrenzter Ausgleich im Rahmen der Versorgung
- Überlastung: Anpassung der Druckverteilung bei langen Steh- und Laufzeiten
- Diabetes oder Neuropathie: spezielle druckentlastende Fußbettung bei entsprechender Indikation
Eine orthopädische Einlage kann einen grundsätzlich ungeeigneten Schuh nicht vollständig korrigieren. Der Schuh muss ausreichend lang und breit sein und einen stabilen Fersenhalt bieten.
DGUV 112-191 Einlagen für Sicherheitsschuhe
DGUV 112-191 Einlagen ist eine gebräuchliche Bezeichnung für orthopädische Einlagen, die innerhalb eines vorgesehenen Systems mit Sicherheits- oder Berufsschuhen kombiniert werden können. Die DGUV Regel 112-191 behandelt die Auswahl und Benutzung von Fuß- und Knieschutz und berücksichtigt dabei auch orthopädische Anpassungen.
Die DGUV 112-191 ist keine eigenständige Produktzertifizierung für Einlegesohlen. Maßgeblich ist vielmehr, dass Schuh und orthopädische Einlage als Kombination sicherheitstechnisch geprüft und für die vorgesehene Versorgung freigegeben sind. Die DGUV beschreibt industriell gefertigte Schuhe mit individueller Einlagenversorgung oder orthopädischer Zurichtung als Versorgungsstufe I.
Für Unternehmen bedeutet dies: Eine beliebige orthopädische Einlage darf nicht allein aufgrund einer Empfehlung oder vorhandenen medizinischen Verordnung in jeden Sicherheitsschuh eingesetzt werden. Zunächst muss geprüft werden, welche Einlagenrohlinge und Bearbeitungsmöglichkeiten für das jeweilige Schuhmodell vorgesehen sind.
Orthopädische Einlagen und Baumusterprüfung
Bei orthopädisch verändertem Fußschutz müssen Schuh und Einlage gemeinsam die sicherheitstechnisch relevanten Anforderungen erfüllen. Dazu gehören abhängig vom Modell unter anderem Zehenschutz, Durchtritthemmung, Antistatik, ESD-Eigenschaften, Rutschhemmung und der sichere Sitz des Fußes.
Die DGUV führt eine Datenbank mit Herstellern und Systemen für baumustergeprüften orthopädischen Fußschutz. Die dort aufgeführten Angaben beruhen auf Herstellerinformationen und ersetzen nicht die Prüfung des konkreten Schuhmodells und der vorgesehenen Versorgung.
Die fachgerechte Bearbeitung erfolgt üblicherweise durch einen qualifizierten orthopädieschuhtechnischen Betrieb. Dieser verwendet den vorgesehenen Einlagenrohling und hält die Vorgaben des jeweiligen Versorgungssystems ein.
Gel Einlegesohlen für zusätzliche Dämpfung
Gel Einlegesohlen enthalten weiche oder viskoelastische Gelbereiche, die häufig unter Ferse oder Vorfuß angeordnet sind. Sie können Stoßbelastungen reduzieren und das Laufgefühl auf harten Bodenflächen verändern. Dadurch werden sie häufig für lange Stehzeiten, Laufwege und Tätigkeiten auf Beton- oder Industrieböden eingesetzt.
Eine starke Gelpolsterung ist jedoch nicht für jeden Schuh und jede Tätigkeit geeignet. Das zusätzliche Material kann den Fuß höher positionieren und den verfügbaren Platz im Schuh verringern. Sehr weiche Konstruktionen können außerdem die seitliche Stabilität reduzieren.
Für Sicherheitsschuhe dürfen Gelsohlen nur verwendet werden, wenn sie ausdrücklich für das jeweilige Modell vorgesehen sind. Eine universelle Gelsohle aus dem Freizeit- oder Sportbereich ist nicht automatisch als Sicherheitsschuh Einlage geeignet.
Fußbett Einlegesohlen mit stabilisierender Form
Fußbett Einlegesohlen besitzen eine vorgeformte Struktur, die Ferse, Mittelfuß und Längsgewölbe führen kann. Im Unterschied zu flachen Sohlen bieten sie häufig eine Fersenschale und definierte Stützbereiche.
Vorgeformte Fußbetten eignen sich für Beschäftigte, die eine stabilere Führung wünschen, aber keine individuell angefertigte orthopädische Versorgung benötigen. Die Form muss jedoch zur Fußanatomie passen. Eine zu hohe oder falsch positionierte Gewölbestütze kann Druckstellen hervorrufen.
Für die Auswahl sollte geprüft werden, ob die Unterstützung an der richtigen Position sitzt und der Fuß beim Gehen nicht seitlich über den Rand des Fußbetts gedrückt wird.
Materialien von Schuheinlagen
Schuheinlagen bestehen je nach Funktion aus Schaumstoffen, Polyurethan, Gel, Kork, Leder, Textilien oder kombinierten Materialschichten. Jedes Material beeinflusst Dämpfung, Feuchtigkeitsaufnahme, Formstabilität und Gewicht.
- Schaumstoff: leicht und dämpfend, abhängig von der Dichte unterschiedlich formstabil
- Gel: gezielte weiche Polsterung in belasteten Bereichen
- Kork: formgebend und vergleichsweise stabil
- Leder: robuste Oberfläche mit feuchtigkeitsaufnehmenden Eigenschaften
- Textil: hautnahe Deckschicht für Feuchtigkeitstransport und Komfort
- Mehrschichtsysteme: Kombination aus Führung, Dämpfung und Deckmaterial
Die Haltbarkeit hängt von Materialqualität, Körpergewicht, Bewegungsumfang, Feuchtigkeit und täglicher Nutzungsdauer ab. Stark zusammengedrückte oder verformte Einlagen verlieren einen Teil ihrer ursprünglichen Funktion.
Antistatik und ESD bei Einlegesohlen beachten
In antistatischen oder elektrostatisch geschützten Arbeitsbereichen muss die Einlegesohle mit dem Schuhsystem kompatibel sein. Isolierende oder nicht vorgesehene Materialien können den elektrischen Widerstand verändern und dadurch die Ableitfähigkeit beeinträchtigen.
Bei ESD-Schuhen reicht es nicht aus, dass nur der Schuh entsprechend gekennzeichnet ist. Einlage, Socken, Bodenbelag und Nutzung bilden ein Gesamtsystem. Deshalb sollten ausschließlich die für das jeweilige Modell freigegebenen Einlegesohlen oder orthopädischen Versorgungen verwendet werden.
Einlagen für unterschiedliche Arbeitsbedingungen
Die geeignete Einlage richtet sich auch nach Klima und Arbeitsumgebung. In warmen Hallen sind atmungsaktive Deckmaterialien und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement relevant. Für kalte Außenbereiche können isolierende Einlegesohlen den Abstand zum kalten Untergrund erhöhen.
Bei starkem Feuchtigkeitskontakt müssen Material und Konstruktion schnell trocknen und hygienisch aufbereitet werden können. Eine Einlegesohle, die dauerhaft feucht bleibt, kann Haut und Schuhinnenraum zusätzlich belasten.
Für besonders schmutzige oder hygienisch sensible Arbeitsbereiche sind herausnehmbare und abwaschbare Modelle zweckmäßig, sofern sie vom Schuhhersteller für den jeweiligen Einsatz freigegeben sind.
Passform mit eingesetzter Einlegesohle prüfen
Die Passform eines Schuhs muss immer mit der tatsächlich verwendeten Einlegesohle geprüft werden. Eine Einlage verändert den nutzbaren Innenraum und kann Einfluss auf Zehenfreiheit, Spannhöhe und Fersenposition haben.
- Zehenfreiheit: kein Kontakt mit Schuhoberteil oder Zehenschutzkappe
- Fersenhalt: kein Herausrutschen beim Gehen
- Fußrücken: Verschluss lässt sich ohne starken Druck schließen
- Fußbettposition: Stütz- und Polsterzonen liegen an den vorgesehenen Bereichen
- Abrollbewegung: keine harte Kante oder störende Erhöhung im Vorfuß
- Einlagenlänge: keine Falten, Wölbungen oder seitlich hochstehenden Ränder
Die Passfähigkeit ist für die Akzeptanz und sichere Nutzung von Arbeitsschuhen wesentlich. Unterschiedliche Fußformen erfordern daher geeignete Schuhweiten und Innenraumformen.
Pflege und Austausch von Einlegesohlen
Einlegesohlen sollten regelmäßig aus dem Schuh genommen, gelüftet und gemäß Herstellerangaben gereinigt werden. Stark durchnässte Sohlen müssen vollständig trocknen, bevor sie erneut eingesetzt werden. Direkte Hitze kann manche Materialien verformen oder beschädigen.
Ein Austausch ist sinnvoll, wenn die Einlage dauerhaft zusammengedrückt, eingerissen, stark verformt oder hygienisch nicht mehr einwandfrei ist. Bei orthopädischen Einlagen sollten wiederkehrende Beschwerden oder sichtbare Veränderungen fachlich überprüft werden.
Bei Sicherheitsschuhen darf eine verschlissene Einlage nur durch das passende, freigegebene Ersatzmodell ersetzt werden. Die Bereitstellung, Wartung und der Ersatz erforderlicher persönlicher Schutzausrüstung liegen grundsätzlich im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers und richten sich nach der Gefährdungsbeurteilung.
Schuheinlagen bedarfsgerecht auswählen
Die Auswahl geeigneter Schuheinlagen richtet sich nach Schuhart, Fußform, Tätigkeit, täglicher Belastung und gegebenenfalls medizinischem Bedarf. Für gewöhnliche Arbeitsschuhe können dämpfende Gel Einlegesohlen oder stabilisierende Fußbett Einlegesohlen geeignet sein, sofern genügend Innenraum vorhanden ist.
Bei individuellen Beschwerden kommen orthopädische Schuheinlagen infrage. Für Sicherheits- und Berufsschuhe müssen Schuh und Einlage jedoch als freigegebene Kombination verwendet werden. DGUV 112-191 Einlagen sind daher keine universellen Sohlen, sondern Bestandteile definierter orthopädischer Versorgungssysteme.
Einlegesohlen unterstützen Dämpfung, Druckverteilung und Fußführung, müssen jedoch hinsichtlich Form, Material und Schutzfunktion konsequent auf den jeweiligen Arbeits-, Berufs- oder Sicherheitsschuh abgestimmt werden.